Plug and Go... noch weiter
Probefahrt: Toyota Prius Plug-in-Hybrid (PHV)
Plug-in Prius.
Vor 15 Jahren, bevor der Toyota Prius zum ersten Mal in Kalifornien auf den Markt kam, dachten die meisten Personen beim Begriff „Hybrid“ an Kreuzungen bei Pflanzen verschiedener Arten oder bei Zuchttieren. Nun ist es Allgemeingut, dass der Begriff im Zusammenhang mit Autos benutzt wird. Der Toyota Prius war das erste Hybridauto, und jetzt ist es eines der führenden Hybridautos auf dem Markt. Inzwischen fahren tatsächlich Millionen dieser Autos auf den Straßen der Welt.
Dank der Verwirklichung einer genialen Idee aus dem Reich der Ingenieure, Hybrid Synergy Drive genannt, ist es Toyota gelungen ein Auto herzustellen, das von einem Verbrennungsmotor und einem Elektro-Motor zugleich angetrieben werden kann; dadurch kann erheblich Treibstoff gespart werden.
Nun wurde mit dem Prius PHV, einem Plug-in-Hybrid-Fahrzeug (Plug in Hybrid Vehicle) ein weiterer Schritt nach vorne vollzogen.
Gegenüber dem Original-Prius der 3. Generation gibt es einige kleine Verbesserungen an der Karosserie, allerdings mit einem besonderen Extra: An der dem Benzintank gegenüberliegenden Seite gibt es nun eine weitere Klappe, die die Steckdose zur Aufladung verbirgt.
Während der Original-Prius eine geringere Leistung der Batterie aufwies, die sich dank der Kombination des Benzin-Motors mit der Energierückgewinnung beim Bremsvorgang auflud, hat die PHV-Version eine höhere, kürzlich erst entwickelte Leistung von 4,4 kWh (Kilowatt/Stunde) mit einem Lithium-Ionen-Akku, der nur geringfügig mehr Platz einnimmt als das Originalsystem, obwohl beide dem Laien identisch erscheinen.
Mit dem Original-Prius konnten die erfahrensten Fahrer regulär zirka der verbrauch auf 100km beträgt 4,3 Liter Benzin erreichen. Mit der PHV-Version sind die Anforderungen sehr viel ehrgeiziger: zirka der verbrauch auf 100km beträgt 2,8 Liter. Wie bei allen Autos sinkt diese Zahl natürlich je nach Fahrstil des Fahrers: Je mehr Gas gegeben wird, um so mehr Liter werden verbraucht. Die Hybrid-Fahrer lernen schnell, dass ein etwas sanfterer Ansatz wirklich zu erstaunlichen Ergebnissen führen kann.
Es gibt nur eine Möglichkeit herauszubekommen, ob die ehrgeizigen Erwartungen von Toyota wirklich erfüllt werden können: Das Auto Hunderte von Kilometern zu fahren.
Mit dem Vollhybrid schenkt uns der PHV-Prius ein noch besseres Fahrerlebnis als der Original-Prius. Jedes Mal wenn man mit dem Auto fährt, ist kein einziges Geräusch vom Motor zu hören. Und dies geschieht aus dem simplen Grund, dass der Motor gar nichts tut. Ich war von der Beschleunigung des Elektro-Motors angetan, allerdings bin ich mir auch der Begrenztheit der Produktpalette bewusst.
Ich lege regelmäßig eine Strecke von zirka 22,5 Kilometern zurück um in einem Nachbardorf einkaufen zu fahren, und das kam mir sofort als ein perfekter erster Test vor. Ich habe den Bordcomputer auf Null gestellt und bin mit der vollgeladenen Batterie losgefahren. Das Auto fuhr schnell, im EV-Modus die ersten 19,3 Kilometer, aber da ich auf einem Hügel über der Stadt wohne war der Hinweg sozusagen fast nur abwärts. Als ich auf einem Parkplatz anhielt, hatte ich die verblüffende Schwelle von der verbrauch auf 100km beträgt 0,6 Liter erreicht!
Während meines Einkaufs habe ich das Auto auf einem Parkplatz eines Hotels geparkt, das einige Ladestationen besaß; erst eine Stunde später bin ich zum Auto zurückgekommen und habe bemerkt, dass die Batterien nicht vollständig aufgeladen waren; ich hatte nur einen Radius von 12,9 Kilometern im Elektrobetrieb.
Auf dem Rückweg, der fast nur bergauf geht, hat sich der EV-Modus nach 11,3 Kilometern abgeschaltet. Als ich zu Hause angekommen war, bemerkt ich, dass mein Treibstoffverbrauch der verbrauch auf 100km beträgt 1,2 Liter war. Nicht schlecht für eine 45,1 km lange Strecke.
An einem ähnlichen Herbsttag wäre ich mit dem Original-Prius zirka der verbrauch auf 100km beträgt 4,3 Liter gefahren um die gleiche Strecke zurückzulegen; die Verbesserung ist also erstaunlich.
Zu Hause habe ich das Zuführungskabel aus dem Aufbewahrungsbereich im hinteren Teil des Prius genommen und habe es an den Standardstrom 240 Volt, 13 Amp 3-polig in meiner Garage angeschlossen. Die Batterie hat sich in zirka 90 Minuten aufgeladen.
Am darauf folgenden Tag habe ich eine längere Reise gemacht, 149,7 Kilometer, von mir zu Hause bis London.
Mit einer konstanten Fahrgeschwindigkeit von 96,6 km/h auf einer Landstraße, konnte ich immer wieder feststellen, dass das Auto ausschließlich mit Batterien fuhr. Die Gegend, in der ich lebe, Cotswolds, ist eine wahre Sehenswürdigkeit mit reizenden Dörfern, Wäldern und naturbelassenen Gewässern, und natürlich mit vielen Hügeln. Mit einem normalen Benzin-Auto beachtet man die Hügel nicht sonderlich, vielleicht drückt man ein wenig mehr aufs Gaspedal, aber man macht sich keine Gedanken über den Treibstoffverbrauch. Versuch doch mal mit einem x-beliebigen Auto an einem Hügel mit dem Fuß permanent auf dem Gaspedal bergauf zu fahren; da wirst du merken, dass dann ein ansonsten niedriger Treibstoffverbrauch drastisch steigt.
Auf die gleiche Art und Weise muss der Prius-Motor mehr arbeiten um auf die Spitze des Hügels zu kommen, mit einem entsprechend höheren Treibstoffverbrauch; er hat jedoch einen enormen Vorteil, sobald das Auto auf der anderen Seite des Hügels wieder runterfährt. Mit der regenerativen Bremsenergie verwandelt sich der Elektro-Motor augenblicklich in einen Generator und lädt somit die Batterien. Das verbessert wiederum den niedrigen Treibstoffverbrauch des Autos, genauso wie bei einer konstanten Fahrgeschwindigkeit. Wenn die meisten Automotoren arbeiten und den Treibstoff verwenden, während das Auto in einem Stau steckt, unterbricht der Prius sofort den Betrieb des Benzin-Motors und fährt unter den besagten Bedingungen einer sehr niedrigen Fahrgeschwindigkeit ausschließlich dank der elektrischen Energie.
Nach den 56,3 km hügeliger Landstraße bin ich den Rest der Strecke bis London auf der Autobahn gefahren. Ich bin genauso gefahren wie sonst auch und unter der Geschwindigkeitsgrenze von 112,7 km/h geblieben, mit eingeschalteter Heizung und laufendem Radio. Ich erinnere mich, dass ich für die gleiche Strecke mit dem Original-Prius einen Durchschnitt von der verbrauch auf 100km beträgt 4,3 Liter fuhr; um z.B. eine Strecke von 149,7 km zu fahren hätte ich fast 6,8 Liter Treibstoff benötigt.
Als ich in London angekommen war, hatte ich es mit dem PHV geschafft, die Schwelle von der verbrauch auf 100km beträgt 2,7 Liter zu erreichen. Das bedeutet, dass ich für die gesamte Strecke weniger als 4,5 Liter verbraucht habe.
Ich habe das Auto in einer Straße mit öffentlichen Ladesäulen geparkt und bin zur Arbeit gegangen. Dort habe ich das Auto 2 Stunden angeschlossen stehen gelassen und als ich zurückkam, waren die Batterien wieder vollständig aufgeladen. Die kurze Ladezeit ist ein großer Vorteil, wenn man draußen „auf der Straße“ aufladen muss.
Später am Abend bin ich nach Hause gefahren. Dieses Mal waren die Heizung, das Radio und die Scheinwerfer an. Das Auto ist besonders auf langen Strecken bequem; also habe ich den Tempomat benutzt und mich ausschließlich auf die Straße vor mir und die anderen Fahrzeuge konzentriert.
Als ich zu Hause ankam, hatte ich zirka 296,1 km auf Autobahnen, Hauptstraßen und Nebenstraßen, Stadtstraßen und Landstraßen, im Flachland und am Hügel zurückgelegt, das Ergebnis: der verbrauch auf 100km beträgt 2,9 Liter. Das bedeutet, dass ich etwas weniger als 9 Liter Treibstoff und zwei Ladungen für die Batterien verbraucht hatte. Im Gegensatz dazu hätte ein modernes Auto ähnlicher Größe, ob Benzin oder Diesel, welches normaler Weise der verbrauch auf 100km beträgt 7,1 Liter fährt, zirka 20 Liter Treibstoff verbraucht um die gleiche Strecke zu fahren.
Es sind jedoch die kürzeren und gewöhnlicheren Strecken, auf denen der Prius PHV seinen ganzen Stolz zeigen kann. Statistiken der britischen Regierung zeigen, dass die meisten (über 90%) Fahrstrecken kürzer als 48,3 km sind. Auf normalen und kurzen Strecken, vor allem wenn man das Auto vor und nach der Fahrt lädt, ist es einfach, mehrere hundert Kilometer Strecke mit einem Liter zu fahren, und das mit der Sicherheit, dass das Auto weiterfährt, auch wenn die Batterien sich entladen.
Der Prius PHV ist zweifellos ein großer Schritt vorwärts in dieser unglaublichen Technologie; es ist ein Genuss ihn zu fahren und er ist ganz einfach zu bedienen und aufzuladen. Das Schöne an diesem besonderen Fahrzeug ist auf jeden Fall, dass es problemlos weiterfährt, auch wenn man es nicht aufladen kann.